Helge Sørensen wurde 1954 in einer ländlichen Region Dänemarks geboren. Er wuchs in einer Umgebung auf, in der wenig erklärt und viel hingenommen wurde. Landschaft, Wetter und Jahreszeiten bestimmten den Alltag stärker als Worte. Diese frühe Selbstverständlichkeit des Daseins prägte seinen Blick dauerhaft.

Nach der Schule arbeitete er in unterschiedlichen praktischen Berufen, meist ohne langfristige Planung. Er blieb oft länger an einem Ort, als er ursprünglich vorhatte, und ging weiter, wenn es notwendig wurde. Fotografie trat spät in sein Leben, nicht aus Interesse an Bildern, sondern aus dem Wunsch, etwas mitzunehmen, ohne es verändern zu müssen.

Helge Sørensen fotografiert beiläufig. Er geht hinaus, schaut, und wenn etwas da ist, nimmt er es mit. Wiesen, Himmel, offene Flächen, einfache Gegenstände am Wegesrand genügen ihm. Er sucht keine besonderen Lichtverhältnisse und wartet nicht auf den richtigen Moment. Wenn ein Bild entsteht, dann, weil er gerade dort war.

Seine Arbeitsweise ist ruhig und direkt. Er bleibt selten lange stehen. Entscheidungen fallen ohne Zögern und ohne Nachdenken. Die Kamera ist einfach, leicht und unauffällig. Sie soll nicht stören und nichts verlangen. Einstellungen werden kaum verändert, Objektive nicht gewechselt. Technik ist für ihn Hintergrund, nicht Thema.

Nach dem Unterwegssein schreibt Helge Sørensen. Seine Texte sind kurz, klar und ohne Ausschmückung. Sie benennen, was gesehen wurde, ohne es zu deuten. Oft wirken sie wie Randnotizen, manchmal fast wie gesprochene Sätze. Bild und Text stehen nebeneinander, ohne sich zu erklären oder zu verstärken.

Im Archiv der leisen Dinge steht Helge Sørensen für eine unmittelbare Form der Aufmerksamkeit. Seine Arbeit zeigt, dass Sehen keine Reflexion braucht und dass Einfachheit keine Vereinfachung ist.

Helge Sørensen lebt heute ruhig, mit festen Wegen und wenigen Veränderungen. Er arbeitet nicht auf Entwicklung oder Abschluss hin. Seine Bilder und Texte bleiben nah an dem, was da ist – und genau darin liegt ihre Beständigkeit.

Alle Fotografen sind fiktive Personen diese künstlerischen Projektes.