Mikko Laine wurde 1972 in einer kleineren finnischen Stadt geboren, in einer Umgebung, in der Wege länger waren als Worte und Bewegung oft bedeutete, allein zu sein. Er wuchs mit dem Gefühl auf, dass man unterwegs mehr wahrnimmt als im Ankommen. Diese Haltung blieb, auch als er später begann, Städte häufiger zu wechseln.
Nach der Schule studierte er einige Semester, ohne einen klaren Plan. Er arbeitete zwischendurch, lebte zeitweise im Ausland und kehrte immer wieder zurück. Fotografie trat vergleichsweise spät in sein Leben, zunächst beiläufig. Eine kleine Kamera, die man mitnehmen konnte, ohne sie zu rechtfertigen. Entscheidend war nicht das Bild, sondern die Möglichkeit, etwas mitzunehmen, ohne es festzuhalten.
Mikko Laine arbeitet seriell. Einzelne Bilder interessieren ihn weniger als die Folge. Er fotografiert Haltestellen, Wege, Ränder, Orte, an denen man wartet oder weitergeht. Nichts davon ist spektakulär. Vieles bleibt unentschieden. Genau das zieht ihn an. Das Halbformat erlaubt ihm, Gewicht von einzelnen Bildern zu nehmen und den Blick auf das Dazwischen zu richten.
Er bewegt sich ohne Eile, aber auch ohne Ziel. Umwege gehören dazu. Entscheidungen entstehen unterwegs und sind oft erst im Nachhinein nachvollziehbar. Die Kamera verschwindet schnell wieder, manchmal im Einschlagtuch, manchmal im Rucksack zwischen anderen Dingen. Die Tasche ist kein Teil der Arbeit, sondern ihr Hintergrund.
Farbe ist für Mikko Laine Teil des Alltags. Er nutzt sie nicht, um Stimmung zu erzeugen, sondern weil sie vorhanden ist. Nichts wird verstärkt, nichts gedämpft. Seine Bilder wirken leicht, manchmal fast beiläufig, und entfalten ihre Wirkung erst im Zusammenhang.
Nach dem Unterwegssein schreibt er. Seine Texte sind suchend, vorsichtig formuliert, oft im Konjunktiv. Er stellt Fragen, ohne Antworten zu erwarten. Gedanken bleiben offen, Sätze enden nicht immer dort, wo man es vermutet. Text und Bild stehen nebeneinander wie zwei Versuche, einen Zustand zu halten.
Im Archiv der leisen Dinge nimmt Mikko Laine eine verbindende Rolle ein. Seine Arbeit schlägt keine Richtung vor, sondern hält Möglichkeiten offen. Sie zeigt, dass das Suchen selbst eine Form von Aufmerksamkeit sein kann.
Mikko Laine lebt heute zurückgezogen, mit wechselnden Routinen. Er arbeitet nicht auf Ergebnisse hin. Seine Bilder und Texte sind Spuren eines Unterwegsseins, das keinen Abschluss kennt und gerade darin seinen Wert findet.
Alle Fotografen sind fiktive Personen diese künstlerischen Projektes.