Elisabeth Voss arbeitet im Archiv der leisen Dinge als Kuratorin und Gesprächspartnerin.
Ihre Bildbesprechungen erklären keine Bedeutungen.
Sie beschreiben, was sichtbar ist, und ordnen die Arbeiten im Archiv ein.
Im Mittelpunkt stehen Entscheidungen, Abläufe und Kontexte.
Elisabeth Voss stellt Zusammenhänge zwischen Bildern her,
ohne sie zu deuten oder zu bewerten.
Sie formuliert Übergänge und lässt Unterschiede bestehen.
Ihre Texte sind ruhig und präzise.
Sie lassen Unklarheit zu
und halten den Blick nah an der jeweiligen Arbeit.
Bildbesprechung: Giebel, Baum, Vogel
Das Bild zeigt den Giebel eines Hauses. Links füllt ein blühender Baum einen großen Teil des Bildraums. Die Blüten sind dicht, aber nicht dominant. Sie verdecken Teile der Architektur.
Der Himmel ist hell und weit. Im oberen rechten Bildbereich ist ein Vogel im Flug zu sehen. Er ist unscharf und nur als Bewegung erkennbar. Der Flug wird nicht eingefroren.
Das Haus ist angeschnitten. Es bildet keinen Mittelpunkt. Baum, Architektur und Vogel stehen nebeneinander, ohne hierarchisch geordnet zu sein.
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Bildbesprechung Kirche und Skater
Das Bild zeigt im Hintergrund eine Kirche. Ihre Architektur ist erkennbar, bleibt aber unscharf. Sie steht fest im Raum, ohne den Bildmittelpunkt zu besetzen.
Im Vordergrund öffnet sich eine weite Fläche. Zwei Skater befinden sich durch diesen Raum. Einer von ihnen ist im Moment des Sprungs in der Luft zu sehen. Die Bewegung ist nicht eingefroren, sondern leicht verwischt.
Der Horizont ist geneigt. Der Standpunkt wirkt instabil. Die Schärfe verteilt sich ungleichmäßig über das Bild.
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Bildbesprechung: Vogel auf der Kante
Das Bild ist mit einer Lochkamera aufgenommen. Die Darstellung ist weich, unscharf und körnig. Konturen lösen sich auf. Es gibt keinen klaren Fokus.
Im Hintergrund ist ein Gebäude erkennbar. Seine Struktur bleibt angedeutet. Im Vordergrund steht ein Vogel auf einer Kante. Auch er ist nicht scharf gefasst.
Der Horizont verläuft ruhig durch das Bild. Himmel und Fläche darunter liegen tonal nah beieinander. Kein Element wird hervorgehoben.
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Bildbesprechung: Figuren auf dem Dach
Das Bild zeigt den oberen Abschluss eines Gebäudes. Auf dem Dach stehen mehrere Skulpturen, silhouettenhaft vor dem Himmel. Eine der Figuren hält ein Kreuz, andere sind als Engel erkennbar.
Die Architektur bleibt dunkel und angeschnitten. Der Himmel nimmt viel Raum ein. Schräg einfallendes Licht trifft die Dachkante und die Figuren. Die Lichtstrahlen machen die Formen sichtbar, ohne sie hervorzuheben oder zu isolieren.
Die Figuren stehen erhöht, aber sie werden nicht inszeniert. Sie bleiben Teil des Ortes. Es gibt keine Blickführung und keine erzählerische Ordnung.
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